Auf Sicht fahren? Lieber nicht.

Die Covid19-Tage prägen diverse Begriffe und Deutungen, die die Nerven strapazieren oder gar bedrohlich sind. Weitgehend in Kategorie 1 fällt für mich die Phrase „Auf Sicht fahren.“ Auf Sicht lässt sich nämlich sehr bequem und kontinuierlich falsch fahren, bevorzugt auf Schienenwegen und Straßen mit ohnehin begrenzten Alternativen. Solange nichts auf den Schienen liegt, ist alles gut. Wirklich?

Bewegung, gern auch behutsam, ist besser als Stillstand und Lähmung. Risikobewusstsein ist notwendig. Wie wäre es also mit der Verbindung von drei einfachen Aktionen:

  1. Ziel im Sinne einer Landezone umreißen, losfahren.
  2. In kurzen Abständen aus Ergebnissen lernen. Eingestehen, dass ggf. der Kurs nicht stimmt oder die Richtung grundsätzlich die Falsche war. Das muss kein Fehler sein, sondern kann schlicht an veränderten Umweltbedingungen liegen. Intuition und Daten verbinden. Hochseesegler können so etwas. 
  3. Frühzeitige, unaufgeregte Kurskorrekturen oder Wahl von Alternativen. Demut, keinen Masterplan für eine komplexe Welt zu haben. Und kill your darlings als letzte, aber valide Option.

Die englische Sprache kennt den educated guess. Also: Fundiertes Fahren?