Einfach mal zuhören… Aber wem?

Es ist spannend, Diskussionen von Wissenschaftlern über die Entwicklungen der Pandemie zu lauschen. 

Es ist interessant, Gesprächen von Politikern über mögliche gesellschaftliche Konsequenzen zu folgen.

Es ist gar nicht so leicht und vermutlich das Wichtigste zugleich, in sich zu gehen und einfach mal auf sich selbst zu hören. 

Doch warum ist es so wichtig?

Stellt euch eine Gesellschaft vor, in der die Menschen den Zugang zu sich selbst verloren haben, nur noch äußeren Reizen folgen und ihren Selbstwert über das Erfüllen der Erwartungen anderer definieren. Wie weit sind wir aktuell von dieser Gesellschaft entfernt? Genau. Diese besondere Zeit bietet uns die Chance, einmal innezuhalten und die Fähigkeit zu trainieren, uns selbst zuzuhören. Eine tiefe innere Verbundenheit bringt Gelassenheit sowie Klarheit und erlaubt uns, wohlwollend mit uns selbst umzugehen. Ein interessantes Gedankenspiel lässt sich hier auch auf die Arbeitswelt übertragen. Stellt euch Organisationen vor, in denen die Menschen über einen guten Zugang zu sich selbst verfügen, Geschehnissen mit Gelassenheit begegnen und viel Klarheit über ihre Fähigkeiten, Ziele und Bedürfnisse besitzen. Welche Konsequenzen hätte dies für Führung, Selbstorganisation und den Erfolg der Organisation? Genau. Gesellschaften und Organisationen bestehen aus Menschen und wenn wir diesen ermöglichen, sich selbst besser kennenzulernen, sich zuzuhören und aktiv zu werden, werden wir auch Gesellschaften und Organisationen transformieren. 

Was macht diese Zeit mit mir?

Ich selbst habe zu Beginn dieser besonderen Zeit einen starken Aktionismus verspürt, einen Beitrag zu leisten. Dieser führte zu zahlreichen Zoom Calls, neuen Bekanntschaften mit anderen ähnlich Umtriebigen und dem positiven Gefühl, wirksam zu sein. Alles schön und gut, aber… im Laufe der Wochen habe ich festgestellt, ausschließlich im Außen gewesen zu sein. Eine seltsame Erkenntnis, die sich in einem leichteren Schlaf abzeichnete. Und normalerweise schlafe ich wie ein Stein ;-). Es dauerte ein wenig, doch ich musste mir eingestehen, dass wirksam sein die schönsten Früchte trägt und am zielgerichtetsten ist, wenn es balanciert gelebt wird. Hierfür habe ich in meinen Alltag ein paar Routinen integriert, die mich als regelmäßige Touchpoints daran erinnern, innezuhalten und mir selbst zuzuhören. Zunächst etwas ungewohnt, aber mit der Zeit ein schöner Bestandteil meines Alltags. Vielleicht könnt ihr euch mit diesen Erlebnissen identifizieren oder ihr erkennt darin Erzählungen von euren Freunden und Kollegen. Vielleicht seht ihr davon auch Auswirkungen auf eure Arbeit/euren Alltag und möchtet dies als Impuls nehmen, einmal innezuhalten. 

Was können wir daraus für Gesellschaft, Organisationen und Menschen lernen?

Wenn wir Organisationen etablieren möchten, in denen der Mensch als Ganzes präsent sein kann, müssen wir im ersten Schritt diesen Menschen ermöglichen, sich selbst in ihrer Gänze zu erkennen. Dies kann einen positiven Einfluss auf den Erfolg der Organisation, Führung und Selbstorganisation haben. Das Gute ist: Du kannst gleich damit beginnen! Nimm dir einen Moment und beobachte deine Gedanken und Gefühle. Wie geht es dir? Was brauchst du?

Dies ist Teil deiner persönlichen Transformation und der erste Schritt ist schon getan. Einfach mal zuhören…