Ist es vorbei?

In den letzten Tagen erwische ich mich immer mal wieder bei der Frage, ob „es“ denn nun vorbei sei. Überall öffnen sich Türen, Regelungen werden gelockert, Fallzahlen sinken – meist. Aber nein. Natürlich ist es nicht vorbei. Die Pandemie wird uns noch eine Weile in Atem halten. Auf lange Sicht werden uns die Erkenntnis der Verwundbarkeit, der globalen Abhängigkeit und die wirtschaftlichen Folgen begleiten und prägen. 

Vorbei ist es nicht, aber ich kann ein wenig Luft holen, den Kopf endlich mal wieder heben aus dem hyperfokussierten Corona-Tunnel und mich entscheiden: Was will ich nach dieser sozialen Fastenzeit wieder zurückholen aus dem alten Normal? Was ist mir so wichtig (im Rahmen des Erlaubten), dass es mir das weiterhin bestehende Risiko wert ist? Und was habe ich so schätzen gelernt in der Corona Zeit, dass ich es nicht mehr loslassen will, es fest in meinem neuen Normal einbauen will?

Diese Fragen muss ich mir jetzt stellen, denn vermutlich vergesse ich schnell, wie sich diese ersten Momente der zurückgewonnenen Freiheit angefühlt haben. Die ersten Eindrücke nach dem Ende einer Fastenzeit sind immer besonders intensiv, aber verblassen dann doch erschreckend schnell. 

Ich will mir vor allem den Blick für das Wesentliche bewahren. Die Menschen, die mir wirklich nah sind – vollkommen unabhängig von der geografischen Nähe – mit den digitalen Möglichkeiten weiterhin in meiner Nähe halten. Freiraum für mich sichern, den mir Corona einerseits gegeben und andererseits genommen hat. Mit Blick auf die Ferien freue ich mich vor allem darauf, die deutsche Landesgrenze zu überschreiten und nach viel Zeit in der Stadt die Natur in ihrer alpenländischen Fülle aufzusaugen. 

Den vielen Jugendlichen, die sich seit kurzem im Park vor meiner Haustür allabendlich treffen, ist anzusehen, was sie vermisst haben: Aufgedreht, überdreht genießen sie es, sich wieder zu treffen und das Leben zu feiern: hungry for life. Sie sahen wirklich ausgehungert aus. Schön, dass das Wetter meist mitspielt!

Auf Organisationsebene haben wir bei Summer bereits Überlegungen angestellt, wie unser neues Normal aussehen soll: mit der so simplen wie effektiven start/stop/keep Retro.

Zwei wichtige „Keeps“ sind schon sehr klar: Unser Peer-to-Peer Austauschformat Agile-X werden wir auf jeden Fall weiterhin virtuell anbieten. Auf Teilnehmer aus Laos wollen wir nämlich nicht mehr verzichten! Yeah. Und auch nicht auf unseren wöchentlichen lockeren Video-Austausch mit unseren vielen tollen Freelancern aus ganz Deutschland. 

Und Ihr? Seid Ihr bereit für das neue Normal? Was sind Eure „Keeps“?