Summer inside

Seit etwas über vier Jahren bin ich jetzt bei Summer und erlebe seitdem die Höhen und Tiefen der Selbstorganisation am eigenen Leibe mit. Zuvor warnten mich Skeptiker in meinem Umfeld, diesen Schritt zu gehen. Von Unsicherheiten in der Zukunft war die Rede, davon, dass ich in Krisenzeiten in einer großen, idealerweise internationalen Firma besser abgesichert wäre. Aber während der letzten Wochen, die ich wie alle Summers im Homeoffice verbrachte, wurde mir wieder einmal mehr klar, wie gut meine Entscheidung war, von einem „großen und sicheren Unternehmenstanker“ auf die dazu relativ kleine und neue Jolle Summer&Co umgestiegen zu sein. 

Zugegeben, die Umstellung von Großkonzern auf Summer&Co war enorm, der Lerneffekt genauso. Aber am größten war das Gefühl: hier bin ich richtig. Und jetzt, angesichts der Covid-19-Krise zeigt sich für mich einmal mehr, dass ein Unternehmen, welches seine Struktur am Menschen orientiert, langfristig gewinnt. Meine Beobachtungen dazu:

Die Selbstorganisation ist alles andere als ein Selbstläufer, stellenweise anstrengend und in der Umsetzung von der Theorie in die Praxis manchmal auch ziemlich zäh. Runde um Runde wird diskutiert, um die beste Lösung gerungen, aus Vergangenem Erkenntnisse gewonnen und umgesetzt. Kurzum: stetes Ausprobieren und daraus Lernen steht auf der Tagesordnung. Und es gibt niemanden, der vorne steht und sagt, wo es lang geht. Soweit – so ernüchternd. Und all denen, die nur diese Seite sehen, rufe ich zu: Und zum Glück ist das so! 

Denn dadurch, dass es nicht die oder den eine*n an der Spitze gibt, sind wir alle in der Pflicht, verantwortungsvoll und eigeninitiativ zu handeln. Und wir gönnen uns dadurch einen Luxus, der hoffentlich noch in vielen anderen Unternehmen Schule machen wird: die Freiheit zur Wahl. Ich kann in meinen Arbeitsbereichen bei Summer&Co (übrigens auch schon vor dem Shutdown) komplett frei entscheiden, wann, wo und wie ich meine Aufgaben erledige. Wir sind eine Gruppe von Menschen mit unterschiedlichsten Charakteren und Fähigkeiten, die sich gegenseitig vertrauen, dass jede*r von uns ihr und sein Bestes gibt. Dass wir selbst am besten wissen, was wir dafür brauchen. Und uns diese Voraussetzungen selbst schaffen. Wir arbeiten sozusagen im besten Sinne unkontrolliert. 

Die Corona-Krise und der damit verbundene Rückzug ins Homeoffice haben uns daher als Organisation nicht aus der Bahn geworfen, sondern eher das verstärkt, was zuvor schon existierte: Eigenverantwortung, Teamgeist, Vertrauen und das Gefühl, am richtigen Ort zu sein. Durch das nun erzwungen-konsequent dezentrale Arbeiten hat die Art, wie wir miteinander kommunizieren und wie wir unternehmerische Transparenz wertschätzen und pflegen, an Qualität eindeutig gewonnen: der gemeinsame Austausch über die finanzielle Situation ist inzwischen fester Bestandteil unserer Statusmeetings. Das wird längst nicht überall so gehandhabt und manchmal ist es auch nicht möglich, aber bei uns ist die Möglichkeit da und sie wird genutzt. Das fühlt sich gut an.

Genauso steigt die Achtsamkeit miteinander. Gerade weil wir wissen, dass alle von uns aktuell mit zusätzlichen Herausforderungen (z. B. Kinderbetreuung) umgehen müssen und wollen, wird Rücksicht auf die Bedürfnisse anderer genommen. Auch hier hilft die schon beschriebene Freiheit den Betroffenen enorm, diesen Spagat besser hinzubekommen. 

Und noch etwas hat sich durch die Krisenzeit verstärkt: wir werden noch kreativer und mutiger in unseren Ideen, Initiativen und Produkten. Vielleicht, weil sich durch die Abgeschiedenheit und Distanz im Homeoffice möglicherweise auch die eigene Perspektive verändert? Eine Art von Freiheit, neu betrachten, neu bewerten und dadurch auch neu denken zu können und zu dürfen?

Ich hoffe, dass diese von mir während der Covid-19-Krise wahrgenommenen Veränderungen Summer&Co auch im irgendwann beginnenden „danach“ erhalten bleiben. Wann auch immer das sein mag. Ich freu mich jedenfalls drauf!